TREE FOR HOPE

Hilfe zur Selbsthilfe in Süd-Kivu im Kongo

Nachhaltig mit Saatgut, Hühnern oder einer Ziege einfach helfen

Wir helfen den Menschen, sich selbst zu helfen. Die Projektteilnehmer/innen erhalten ein Darlehen in Form von Saatgut, Hühnern oder einer Ziege. Damit können sie zwei Jahre lang wirtschaften und sich so selbst eine Grundlage, beispielsweise für ein Geschäft, aufbauen.
Viele unserer Projektteilnehmer/innen sind Opfer von Kriegsgewalt, aber wir unterstützen auch Einzelpersonen und Familien, die sich in großer Not befinden. Das Projekt soll sie schnell, konkret und nachhaltig unterstützen – wir möchten ihnen eine Perspektive dafür geben, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Dabei halten unsere Projektteilnehmer/innen auch das Projekt selbst am Laufen: Einen Teil von dem, was sie in zwei Jahren erwirtschaften, geben sie zurück an das Projekt, sodass weitere Teilnehmer/innen davon profitieren können.

Vier Modelle, die das Leben des Einzelnen verbessern

Mach mit! Du kannst uns ganz einfach dabei helfen, Menschen in Süd-Kivu eine Perspektive zu geben: Kaufe Saatgut, Hühner, Enten oder Ziegen.
Jedes Modell trägt dazu bei, drei Ziele zu erreichen: Erstens – Das Leben des Einzelnen wird verbessert. Zweitens – Unsere Projektteilnehmer/innen werden ermutigt, selbständig zu werden und Verantwortung in dem Projekt zu übernehmen. Drittens – Unsere Projektteilnehmer/innen nehmen eine Schlüsselrolle für den nächsten Teilnehmer oder die nächste Teilnehmerin im Projekt ein, sodass sie angehalten sind, gut zu wirtschaften.
Mit deiner Spende ermöglichst du damit mehr als einer Person neu anzufangen.

5 KG Saatgut
15,00 €
2 Hühner + 1 Hahn
45,00 €
2 Enten + 1 Erpel
60,00 €
Eine Ziege
75,00 €
Ein Beispiel

Zu Beginn erhält eine Teilnehmerin zwei Hühner und ein Hahn. Sie hat nun die Möglichkeit, entweder Eier zu verkaufen oder junge Hühner aufzuziehen und diese zu verkaufen. Nach einem Jahr muss sie entweder ein junges Huhn aus ihrer Zucht zurückgeben oder eines der Hühner, das sie zu Beginn bekommen hat. Nach einem weiteren Jahr sollen auch das zweite Huhn und der Hahn zurückgegeben werden. Die zurückgegebenen Tiere werden dann von unserer Organisation an einen neuen Teilnehmer ausgegeben. Alle gezüchteten Tiere darf sie behalten und kann mit ihnen weiter wirtschaften.

Auf diese Weise haben die Teilnehmer zwei Jahre lang die Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt und die Entwicklung dieser landwirtschaftlichen Tätigkeit zu sichern, die dann die Grundlage für neue wirtschaftliche Aktivitäten bildet.

Auf die Felder… fertig… los!

Vom Überwinden alter und neuer Herausforderungen

Der Traktor samt Fahrer war da und hatte allerlei Mühe, das gepachtete Stück Land urbar zu machen. Im Osten des Kongo ist, wie in den meisten Teilen des Landes, die wenig ausgebaute Infrastruktur ein zentrales Problem, das nicht nur alles, was man sich vornimmt, mühsam macht, sondern auch viel Entwicklung des Landes ausbremst oder gar verhindert. So war es für uns, wie jedes J

ahr wieder nicht einfach, den Traktor überhaupt zu bekommen, und dann auch an Ort und Stelle zu bringen. Der gestiegene Ölpreis und die internationale Störung der Lieferketten durch den Krieg in der Ukraine sorgten bei der Kraftstoffversorgung zudem für neue Herausforderungen. Wie so oft sind es die ärmeren Länder, die zuerst und nachhaltig darunter leiden. Hansen hat dank seiner guten Verbindungen 80 Liter Diesel reservieren können und diese peu à peu mit dem Moped in Kanistern
zum Traktor gebracht. Auf Grund des starken Regens musste dann das Pflügen mehrmals verschoben werden. Am Ende hat aber alles geklappt! Das Feld ist bestellt, unser Agronom René MBILIZI ist zufrieden mit dem erzielten Ergebnis und auch seine Schüler konnten einiges dabei lernen.

Eulen nach Athen. Oder: Wasser in den Kongo

Ein Land mit immensen Wasservorkommen – aber zu wenig für den Einzelnen?

Es klingt verrückt: Die Demokratische Republik Kongo ist ein Land dem der Fluss nicht nur seinen Namen gegeben hat. Der Kongo-Strom, der das Land von Ost nach West umschließt, ist mit einer Länge von 4374 km der zweitlängste Strom Afrikas. Gemessen an seiner Wasserführung von 41.800 m³/s ist er der wasserreichste Fluss des Kontinents und mit 220 m Tiefe sogar der tiefste Fluss der Welt. Zudem grenzt das Land an die Region der großen Seen Afrikas, von denen allein der Tanganjika-See die Länge Deutschlands hat, wenn man von Norden nach Süden misst. Und jetzt kommt es: die Bevölkerung des Kongo leidet besonders in den Städten unter Wassermangel!

In Bukavu, der Hauptstadt der Region Süd-Kivu, und in Goma, der Hauptstadt der Region Nord-Kivu, zwei Städten an der Staatsgrenze zu Ruanda und die durch den Kivu-See voneinander getrennt sind, muss man mehr als zwei Kilometer zurücklegen, um in der Stadt Wasser zu finden. Oft ist es die Aufgabe von Kindern, die Familie täglich mit Wasser zu versorgen.

Provinzhauptstadt Bukavu: Warten bis man den eigenen Kanister füllen kann

Dies führt dazu, dass die Kinder sich schon im Morgengrauen aufmachen müssen, um Wasser zu holen. Eine beschwerliche Arbeit, wenn man bedenkt, dass ein gefüllter Kanister über 20kg wiegt und nicht ergonomisch sinnvoll auf dem Rücken getragen werden kann. Zudem verpassen die Kinder oft wertvolle Schulzeit, wenn es an den Wasserstellen zu unerwarteten Verzögerungen kommt, zum Beispiel wenn wieder einmal nur wenig Wasser aus dem Hahn rinnt. Und noch etwas kommt hinzu: Die Kinder sind besonders in den frühen Morgenstunden, wenn es noch dunkel ist der erhöhten Gefahr ausgesetzt Opfer von Gewaltverbrechen zu werden.

Da die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ein Grundbedürfnis ist, müsste es dem Staat eigentlich eine der dringlichsten Aufgaben sein, dafür zu sorgen, dass die Bevölkerung leichten Zugang zu Wasser hat. Wie so oft in Ländern mit großer Armut und hoher Korruption sind die Menschen sich selbst überlassen.

Irgendwie über die Runden kommen

Kinder gehören weder auf die Straße, noch in die Fabrik und auch nicht in Bergwerksminen sondern in die Schule und auf den Spielplatz!

Irgendwie über die Runden kommen – das ist auf Grund der besonderen Situation im Kongo alles andere als leicht. Die vielen und vor allem langanhaltenden Krisen, oft mehrmalige Vertreibung und vor allem die akute Armut lassen vielen Familien keine Wahl: sie schicken ihre Kinder hinaus um ein paar Groschen Geld zu verdienen um die Familien zu versorgen. Und so fallen sie einem ständig ins Auge, die Kinder, die kleine Waren wie Obst, Eier oder Erdnüsse verkaufen. Manche von ihnen sind bis spät in die Nacht auf den Straßen unterwegs.

Viele Kinder erzählen uns, dass sie dies tun, weil sie zu Hause entweder nichts zu essen haben, weil sie Waisen sind und damit auf sich allein gestellt sind, oder um ihr Schulgeld zu bezahlen, oder weil manche Eltern sich nicht um sie kümmern. Zu ihrem schweren Schicksal kommt hinzu, dass sie immer wieder Opfer von Unfällen oder Gewaltverbrechen werden.

Zu Recht schreibt die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen allen Kindern nicht nur die fundamentalen Menschenrechte zu, sondern benennt explizit ihre besondere Schutzbedürftigkeit und ihre ganz eigenen Bedürfnisse und Interessen. Zum Beispiel das Recht auf Freizeit, das Recht auf Bildung und eben auch das Recht auf Schutz vor Gewalt.

Un enfant sur la route à Kamituga Sud - Kivu portant banane sur sa tête pour vente
Häufig zu sehen: Ein kleiner Junge verkauft Bananen

Auch die kongolesische Verfassung hat diese Kinderrechte ausdrücklich verankert. Im Artikel 50-56 des Gesetzes zum Schutz von Kindern in der Demokratischen Republik Kongo werden sowohl die Eltern als auch der kongolesische Staat in die Verantwortung genommen, den Kindern diese Grundrechte zu gewähren.

In Kamituga gibt es diesbezüglich kein Verbot. Und so werden wir Zeugen, wie viele Kinder auf der Straße mit kleinen Waren herumlaufen. Die Stadtverwaltung bleibt tatenlos – oder machtlos. Dabei korrelieren die Chancen für eine bessere Zukunft insbesondere für diese Region eindeutig mit der Zahl der Kinder, die in die Schule gehen.

 

Klasse gemacht!

„Bildung ist die stärkste Waffe um die Welt zu verändern!“

… getreu diesem Zitat von Nelson Mandela hat Hansen nicht lange gefackelt und gehandelt. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Menschen zu unterstützen, die besonders von Armut oder Schicksalsschlägen betroffen sind. Viele Familien, denen wir in unseren Projekten helfen, sind also oft sehr kinderreich und gleichzeitig sehr arm. Unnötig zu erwähnen, dass deren Kinder nicht zur Schule gehen können, weil das Geld fehlt. Es ließ Hansen keine Ruhe, dass wir den Familien zwar aktiv helfen, indem wir ihnen zum Beispiel eine Ziege geben, um sich damit aus der Armut heraushelfen zu können und dabei aber die stärkste Waffe gegen Armut liegen lassen: Schulbildung!

Hansen hat also eine gute Freundin, die Lehrerin ist, angerufen und sie gefragt, ob sie für uns eine eigene Klasse unterrichten würde. Die Hälfte ihrer Zeit spendet sie, die andere Hälfte finanzieren wir. Gesagt, getan. 11 Mädchen und 14 Jungen lernen seither eifrig. Das Projekt läuft bereits im vierten Jahr.  Klasse gemacht!

Jede Ziege ist eine neue Chance!

In Kigogo haben wir unsere bislang größte Aktion gestartet

Der 24. August 1998 hat sich in das Gedächtnis der Menschen eingebrannt. An jenem Tag überfielen marodierende Milizen 15 Dörfer und töteten willkürlich und mit unbeschreiblicher Gewalt über 1000 Zivilisten, die dem Massaker schutzlos ausgeliefert waren. Wer sich retten konnte, floh in die umliegenden Wälder – und ist dort geblieben. Zurück können und wollen die Menschen nicht gehen – zu tief sitzt das Trauma, zu schwer wiegt die Last der Erinnerung. Nie wieder so etwas erleben! Seither sind sie Vertriebene im eigenen Land.

Kasika, ein Ort des Verbrechens, liegt an der Route National No.2 und war damit leichte Beute für die Milizen. In der Hoffnung, dass schwieriger zugängliche Gebieten wenigstens ein bisschen mehr Sicherheit bieten, sind die Überlebenden in kleine, entlegene Dörfer gezogen.

Hansen kurz vor dem Verteilen der Ziegen

Entsprechend karg, abgeschnitten und beschwerlich ist das Leben dort. Die meisten von Ihnen haben alles verloren und kaum etwas neu aufbauen können. Es sind die Menschen, die am meisten und am nachhaltigsten leiden an den Folgen der andauernden humanitären Krise in der Region des Ostkongo.

Wir haben uns entschieden, jenen so sehr betroffenen Menschen eine Hilfestellung zu geben. In Kigogo, einem der Gebiete, wo die Vertriebenen seither wohnen, haben wir unsere bislang größte Aktion durchgeführt – mit Erfolg: 200 Ziegen haben wir an 100 Familien ausgegeben. Und haben bislang 70 Jungtiere zurückerhalten, die wieder weiter verteilt wurden. Wenn wir wieder ausreichend Geld haben, werden wir die Aktion in einem weiteren Gebiet wiederholen.

Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg

Madeleine Kasiba, ein Mädchen mit Behinderung aber ohne Hinderung

Möchten Sie meine Geschichte hören? Ich erzähle sie Ihnen gerne.

Ich bin Madeleine Kasiba, ich bin 13 Jahre alt und die Drittälteste in unserer Familie. Ich wurde mit einer schwachen Hüfte geboren, weshalb ich gehbehindert bin. Das ist manchmal schwer für mich, weil ich nicht wie die anderen Kinder laufen und springen kann und oft auf Hilfe angewiesen bin. Aber Ich habe das für mich angenommen: ich bin, wie ich bin.

Leider erlebe ich immer wieder Stigmatisierung, am meisten leide ich darunter , wenn diese aus meiner eigenen Familie kommt. Besonders die Benachteiligung wenn es darum geht, ob ich etwas lernen darf oder nicht.

Ich bleibe immer zu Hause, um auf das Haus und meine jüngeren Geschwister aufzupassen. Ein paar meiner Geschwister und mein Vater wollten nicht, dass ich auch in die Schule gehe. Ich wollte aber wie andere Kinder in meinem Alter zur Schule gehen. Zum Glück bestand meine Mutter immer darauf, dass ich auch zur Schule gehen darf. Ich wurde also in einer Schule in der Nähe unseres Hauses angemeldet, in der EP MASANGANO. Die Schulleiterin mochte mich sehr. Immer wieder war das Schulgeld Thema in der Familie. Meine Eltern hatten manchmal Schwierigkeiten die Kosten zu bezahlen. Jedes Mal hatte ich Angst, dass man mich deswegen von der Schule nehmen würde.

Als ich in der vierten Klasse war bekamen wir Kontakt zu Herr Hansen Kaseke, der Leiter von Tree for Hope and Life. Er hat uns Schulmaterialien gebracht und das Schulgeld für 25 Kinder bezahlt, die wie ich aus Familien kamen, die sehr arm waren und das Geld nicht selbst bezahlen konnten. Seit diesem Tag ist die Angst weg und ich konnte wieder ganz frei und mit der alten Freude lernen! Ich konnte die gesamte Grundschule abschließen, ohne einen Cent zu bezahlen. Heute besuche ich die weiterführende Schule in der siebten Klasse. Ich werde so lange weitermachen, wie ich die Möglichkeit und die Unterstützung habe, die ich brauche. Ich werde eines Tages entweder eine Geburtshelferin oder eine Computerspezialistin werden, um anderen Menschen wie mir zu helfen, in der Gemeinschaft nützlich zu sein. Mein Dank gilt den Freunden und Spendern vor Ort und in Deutschland, die es uns ermöglichen, zu lernen und unsere Kindheitsträume zu verwirklichen.

Mady Kasiba

 

Schulabschluss mit Wermutstropfen

Unsere Grundschulklässler haben ihre Zeugnisse bekommen

In den letzten drei Jahren haben wir mit Hilfe der finanziellen Unterstützung unserer deutschen Freunde und Förderer 25 Waisenkindern ermöglicht die Schule zu besuchen : 11 Mädchen und 14 Jungen der Grund- und Sekundarschule. Davon haben 14 Grundschulkinder ihren Grundschulabschluss erfolgreich gemacht und ihre Grundschulzeugnisse erhalten. Vier Kinder der Sekundarstufe machen gute Fortschritte. Leider hat die Covid-19-Pandemie bislang alle Aktivitäten zum Erliegen gebracht. Wir hoffen sehr, dass wir bald wieder neu beginnen können!

Die Saat geht auf!

Einen Teil unseres Saatgutes produzieren wir jetzt selbst

In der Nähe von Kitutu betreiben wir  ein eigenes  Saatgutfeld auf dem wir Samen für Kohl, Tomaten, Auberginen und Zwiebeln ziehen. Das gewonnenen Saatgut wurde teilweise an Bedürftige und teilweise an Pflegefamilien verteilt, die die Waisenkinder aus unserem Schulprojekt  aufgenommen haben. Durch Schulung und Begleitung durch unseren Agrarspezialisten lernen die Teilnehmenden selbst Saatgut zu züchten. Dies ermöglicht ihnen sich selbst und ihren Familien wirksam aus der einseitigen Ernährungsweise herauszukommen und damit Mangelernährung und in vielen Teilen auch Unterernährung vorzubeugen. Zudem Wir haben Mais zum Verkauf produziert. Durch den Erlös konnten wir einen Teil des Schulgeldes für unsere Klasse finanzieren.

Schlammschlacht – oder: “Auf dem Weg nach Kamituga”

Die Straße wird unpassierbar

Wie wichtig Infrastruktur für die Entwicklung und das Wohlergehen einer Region ist wird aufs Neue deutlich beim Blick auf die Straße nach Kamituga. Als Grit vor vielen Jahren mit dem Johanniter Entwicklungsdienst vor Ort war, war die Straße nach Kamituga unpassierbar und sie mussten damals mit dem Flugzeug kommen.

Als wir mit Cap Anamur vor 10 Jahren vor Ort waren war die Straße relativ gut. Grund dafür waren Bergbauverträge mit chinesischen Firmen, die in der Region nach Bodenschätzen schürften und für Ihre Logistik auf ein funktionierendes Straßennetz angewiesen waren. Nach deren Abzug holt sich die Natur die ihr abgerungene Straße nach und nach wieder zurück. Besonders in der Regenzeit leidet sie besonders, da die heftigen und täglichen Regenfälle den Boden dermaßen aufweichen, dass ein Fortkommen unmöglich macht. Die Menschen vor Ort sind aber angewiesen auf eine Verbindung in die größeren Städte, wie etwas ins ca 200km entfernte Bukavu um sich zu versorgen, Behördengänge zu erledigen oder die Familie zu besuchen. 

Zudem: je schlechter die Straßenverbindung ist umso höher die Preise in Kamituga und Umgebung – das Gesetz von Angebot und Nachfrage gilt auch hier.

Für Hansen ist der Besuch der Projektteilnehmer eine riesige Herausforderung geworden. Unser Motorrad leidet erheblich unter den erschwerten Bedingungen. Aber wir geben nicht auf! Es muss weitergehen. Wie formulierte es Albert Camus so schön: “Il faut imaginer Sisyphe heureux” – “Wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen.” Denn dann sind wir selbst widrigen Umständen gegenüber nicht machtlos ausgeliefert…

Das kommt bei uns nicht in die (Plastik-)Tüte!

Unsere Schulkinder engagieren sich für ihre Umwelt

Es ärgert  Hansen schon lange, dass ausgediente Plastiktüten überall herumliegen. Da er ein findiger Kerl ist, hat er die Gelegenheit direkt beim Schopf gepackt: Er hat in der Schulklasse ein Projekt ins Leben gerufen, das dem Problem begegnet und gleichzeitig die Kinder für das Thema Umweltschutz sensibilisiert. Die Kinder, deren Ausbildung durch TreeForLife unterstützt wird, verdienen einen Teil ihres Schulgeldes damit, dass sie Papiertüten basteln, die an lokale Händler verkauft werden. Diese verkaufen darin wieder ihre Waren. Und die Kinder haben Spaß am basteln!

Zugegeben, das Projekt ist wahrscheinlich nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein – aber auch der längste Weg beginnt ja bekanntlich mit dem ersten Schritt!

Leider fehlt es derzeit an den finanziellen Mitteln, um dieses Projekt weiterführen zu können. Material wie Papier, Klebstoff und Paketschnur müssen ja zugekauft werden. Aber es ist schnell wieder reaktiviert, wenn wieder Geld da ist.

Hintergrund:
Im Kongo ist der Umweltschutz war gesetzlich geregelt und die Verwendung von Plastiktüten verboten, jedoch wird die Umsetzung  nicht kontrolliert und Alternativen existieren nicht. So nutzen die Kongolesen für den täglichen Transport ihrer Einkäufe und anderer Waren Plastiktüten, die dann nach Gebrauch weggeworfen werden und vom Wind in alle Richtungen verteilt werden.

Fairerweise muss man sagen, dass die Region Süd-Kivu seit über 25 Jahren ein Kriegs- und Krisengebiet ist. Die Bevölkerung wird von marodierenden Rebellengruppen heimgesucht und staatliche Strukturen existieren so gut wie nicht. Oft geht es den Menschen vor Ort um das tägliche Leben und Überleben, Umweltschutz steht dabei verständlicherweise nicht an erster Stelle.

Außerdem gibt es keine Müllabfuhr oder Sammelstellen, wo man seinen Müll loswerden kann, wie in Deutschland. Plastikmüll wird dann oft in die Flüsse geworfen und somit wird das Problem nur verlagert.

Wie aus Kindersoldaten Eierverkäufer wurden

Eine Mutter baut sich eine neue Existenz auf und gewinnt ihre Söhne zurück

BISUNGWA LUTONDE ist 56 Jahre alt und Witwe. Ihr Ehemann wurde im Jahr 1997 getötet, als der Krieg in ihrer Heimat tobte. Ihr Dorf wurde mehrfach von Hutu-Rebellen, der ruandischen Miliz FDLR und Mai-Mai-Banden überfallen, die alles plünderten und die Häuser in Brand steckten. Sie hat alles verloren, was sie hatte. Nach dem Tod ihres Mannes führte sie ein entbehrungsreiches Leben, um sich und ihre sieben Kinder zu ernähren. Mit jeder neuen Vertreibung verlor sie mehr die Hoffnung. Die Familie lebte unter erbärmlichen Umständen. Ihre beiden Söhne wurden schließlich von Milizen als Kindersoldaten rekrutiert. Man köderte sie damit den Tod ihres Vaters zu rächen. Die anderen Kinder, allesamt Mädchen, blieben bei der Mutter. Keine von ihnen konnte eine Schule besuchen.

Im Lokalradio hörte sie einen Beitrag über unsere Organisation und von unserem Programm zur Unterstützung besonders schwieriger Fälle.

Sie stellte sich uns vor und wir gaben ihr zwei Hennen und einen Zuchthahn. Seitdem züchtet auch sie erfolgreich Hühner und verdient sich dadurch ihren Lebensunterhalt. Ihre beiden Jungs haben mittlerweile die Rebellengruppe verlassen und machen derzeit eine Ausbildung im Schreinerhandwerk. In ihrer Freizeit helfen sie bei der Aufzucht und dem Verkauf der Eier bzw. Junghühner mit. Die Familie besitzt heute über zwanzig Hühner und lebt vom Verkauf der Eier. Sie wiederholt immer wieder, wie dankbar sie ist, dass TreeforHope ihr geholfen hat.

Vom Aufbau einer neuen Existenz und der Rückkehr in die Schule

Die Geschichte von Madame Gerthe und ihrer Familie

GERTHE NAKALALA ist 35 Jahre alt und lebt in Kigogo, etwa 120 km nordöstlich von Kamituga. Ihr Mann kam während des Krieges 1996 – 2005 ums Leben, als er in den Wäldern der Umgebung auf der Jagd war, um seine Familie mit sechs Kindern zu ernähren. Er wurde von Rebellen getötet. Die Witwe hatte es schwer, ihre Kinder allein zu versorgen. Also hatte sie beschlossen, die älteren Kinder aus der Schule zu nehmen, damit diese bei der Versorgung der Familie mithelfen können. Die jüngeren Kinder zeigten schon bald Symptome von Mangelernährung

Die Familie wurde auf Grund wiederholter Rebellenangriffe mehrfach vertrieben. Heute lebt sie weit weg von ihrem Zuhause. Sie hat dort keine Verwandten oder Freunde, die sie unterstützen könnten. In Kigogo erfuhr sie von unserer Organisation. Wir haben ihr zwei Hennen und einen Zuchthahn gegeben. Sie hat das Hilfsangebot gerne angenommen und sich fleißig engagiert. Sie war sehr froh über die konkrete Hilfestellung. Anfangs hat sie Eier verkauft, mittlerweile besitzt sie zudem auch Truthähne, Enten, Legehennen und bietet einige auch zum Verkauf auf dem lokalen Markt an. Ihre Kinder sind zurück in der Schule. Die Anzeichen von Unterernährung sind verschwunden, da sie ihre Familie heute sehr gut versorgen kann.

Ackerbau will gelernt sein

Richtiges Werkzeug ist halb gearbeitet

Für unser Ackerbauprojekt, bei dem wir zusammen mit unseren Argrarwissenschaftler den Teilnehmenden zeigen, wie man nachhaltig Felder bewirtschaftet und die Erträge sicher und stabil halten kann, haben wir ein Feld urbar gemacht. Mit dem gespendeten Geld haben wir

Die gekauften Werkzeuge

erstmal Werkzeug gekauft und an die Teilnehmenden ausgegeben. So mancher kam bei der anschließenden, teilweise harten Arbeit ganz schön ins Schwitzen.

Die Werkzeuge werden ausgegeben

Reiche Ernte

Unser Anbaufeld in Kitutu

In Kitutu, etwa 25 km von Kamituga entfernt befindet sich neben unserem Saatgutfeld auch ein Anbaufeld, wo wir Kohl, Tomaten, afrikanischen Auberginen und Zwiebeln angebaut und ertragreich geerntet haben. Die Vielfalt der Gemüsesorten ermöglicht es, der oft einseitigen Ernährung der lokalen Bevölkerung, die besonders in den sehr von Armut betroffenen Schichten verbreitet ist, wirksam zu begegnen. Durch den begleiteten Ackerbau, bei dem unser Agrarwissenschaftler den Teilnehmenden die Grundlagen und Fertigkeiten des erfolgreichen Ackerbaus nahebringt, werden diese in die Lage versetzt, aus eigener Kraft wirksam der Mangelernährung zu begegnen.

Monsieur Eugene, ein Überlebender des Massakers von Kasika berichtet

Vom Neubeginn und dem Leben mit einem Trauma

Das Foto zeigt EUGENE MUZENGWA, 57 Jahre alt, beim Empfang einer Ziege durch Hansen Kaseke (links im Bild).

EUGENE MUZENGWA hatte eine Frau und sechs Kinder. Er ist einer der wenigen Überlebenden des Massakers von Kasika am 24.08.1998. Er hatte sich damals in einer Toilette vor den Angreifern versteckt. Als er sich nach dem Angriff heraus wagte um sein Haus aufzusuchen, bot sich ihm ein Bild des Grauens: überall lagen Tote, alles war voll Blut. Er erinnert sich: „Als ich in mein Haus kam, da musste ich den schrecklichsten Anblick ertragen: meine Frau lag tot danieder, meine Kinder daneben, die Kehlen durchschnitten oder von Messern und Macheten erstochen. Blut überall. Ich verlor das Bewusstsein und brach zusammen. Ein Nachbar, der ebenfalls überlebt hatte, eilte mir zu Hilfe. Er sagte, dass wir schnell von hier weg müssten, da die Rebellen zurückkehren werden. Ich hörte seine Worte und wollte antworten, aber ich konnte nicht sprechen. Ich war völlig verstummt. Ich leide noch heute unter Albträumen in denen mich die Bilder von jenem Tag heimsuchen.

Schließlich fanden wir Zuflucht in Kigogo. Auch dort wüteten Mai-Mai-Banden und die FDLR-Miliz. Ich hatte große Angst. Ich werde nie vergessen, was damals passiert ist.

Im Jahr 2003 habe ich wieder geheiratet. Ich habe wieder neu begonnen. Ich habe eine zweite Familie gegründet und versuche mit meinem Schicksal zurecht zu kommen. Danke Tree for Hope and Life für eure Unterstützung“.

Die Geschichte von TreeForHope

Die Region im Ostkongo gilt als eine der krisengeschüttelsten Regionen der Welt. Bis heute wird von Rebellengruppen berichtet, die geradezu willkürlich in Dörfer einfallen und dabei vergewaltigen und plündern.
Grund ist der Reichtum an Bodenschätzen in der Region, vor allem das Vorkommen von Gold und der sogenannten „seltenen Erden“ – jener Rohstoffe also, die zur Herstellung von Flachbildschirmen und Speicherchips weltweit benötigt werden. Rebellengruppen sichern sich den Zugang zu den Rohstoffvorkommen und finanzieren damit Waffen und Ausrüstung. Korruption und Gewalt dienen zur Verschleierung. Leidtragende sind die Menschen vor Ort. Es ist eine traurige Ironie: Die Menschen leben sprichwörtlich auf einem Berg voller wertvoller Rohstoffe und sind – gerade deshalb – bitterarm.
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, alle Projekte gut zu begleiten. Dazu haben wir Hansen mit Digitalkamera, Laptop und einem Motorrad ausgestattet. Er besucht jedes einzelne Projekt in regelmäßigen Abständen und berichtet zeitnah vom jeweiligen Projektfortschritt!

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Die Gesichter von TreeForHope

Wir haben uns 2009 kennengelernt, als wir gemeinsam für die deutsche Hilfsorganisation « Cap Anamur – Deutsche Not-Ärzte e.V. » in der Region um Kamituga gearbeitet haben. Wir wurden Freunde. Am Ende unserer Zeit haben wir beschlossen, unsere Arbeit gemeinsam fortzusetzen und ein Projekt ins Leben zu rufen, um Menschen zu helfen, die besonders vom Schicksal heimgesucht wurden oder in besonderer Weise bedürftig sind.

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Patrick

Mitgründer, Homepage und Fundraising | Wohnt in Straßburg im Elsass. | Patrick ist Diplomtheologe und Coach und hat nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit studiert. Er hat in den Jahren 2009/2010 für die deutsche Hilfsorganisation Cap Anamur e.V. vor Ort den Aufbau eines Krankenhauses geleitet.

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Hansen

Mitgründer, Projektleiter | Wohnt in Bukavu, der Provinzhauptstadt der Region Süd Kivu | Hansen hat Englisch und afrikanische Kulturwissenschaften studiert und ist vor Ort auch politisch aktiv. Er prangert immer wieder Korruption und Misswirtschaft der lokalen Behörden an, was ihm nicht nur Freunde einbringt. Hansen hat ein ausgeprägtes Organisationstalent und eine ausgesprochene Gabe, gute, gerechte und tragfähige Lösungen zu finden.

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Grit

Mitgründerin, Koordination und Monitoring | Grit ist Krankenschwester und ausgebildete Koordinatorin im internationalen Projektmanagement und wohnt in Potsdam. Sie hat in zahlreichen medizinischen Not- und Hilfsprojekten auf dem afrikanischen Kontinent gearbeitet. So auch 2010 vor Ort für die deutsche Hilfsorganisation Cap Anamur e.V.: Sie hat lokales Fachpersonal in der Krankenpflege und in Organisationsabläufen aus- und weitergebildet.

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Ein kleiner Betrag, der ein Leben dauerhaft verbessern kann

Hinweis: Solange die Organisation noch klein ist, hat sich Patrick bereit erklärt, die Spenden auf einem Unterkonto entgegenzunehmen und weiterzuleiten. Daher können wir derzeit noch keine Spendenbescheinigung ausstellen. Wir bitten um Dein Verständnis für diesen Umstand. Vielen Dank. Bei Fragen kannst du dich gern per Mail bei uns melden.

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